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Vita Roberto Bardéz - So lebt(e) das Alter Ego
1962 bis 2004 Wie beschreibt man, was jemand erlebt hat, der am 6. Dezember 1962 geboren wurde, das Licht der Welt aber erst im Jahre 2004 erblickt hat? Keine leichte Aufgabe.
Die offizielle Version ist die: Roberto Bardéz wurde am 6. Dezember 1962 als Sohn eines Diplomaten und einer Tänzerin in Buenos Aires geboren, er ist (oder ich bin, je nach Standpunkt) Schütze mit Krebs Aszendent und kam aus den gleichen Gründen nach Korfu, aus denen auch ich hier gelandet bin. Als Roberto habe ich eine bewegte Vergangenheit auf dem südamerikanischen Kontinent hinter mir - als Robert habe ich diesen Kontinent noch nie betreten. Roberto ist viel in der Welt herumgekommen, hier teilen wir viele gemeinsame Erinnerungen. Die Liebe zu Korfu verbindet uns, genau wie der rote Bart. Wer mich heute aufKorfu besucht, darf sich aussuchen, ob er Roberto oder Robert lieber vor sich hat - manchmal denke ich, wir werden uns von Tag zu Tag ähnlicher.
2004 bis heute Inoffiziell erblickte Roberto im Sommer 2004 das Licht der Welt. Ich suchte einen Begleiter für Harko, genauso wie ich schon lange ein Pseudonym für mich selbst suchte - Bäurle ist ein schöner Name mit sechs Buchstaben und einem Dutzend unterschiedlicher Schreibweisen und für Nicht-Schwaben auf der ganzen Welt ein Zungenbrecher.
Wie es zu dem Namen Bardéz kam, verrate ich in meinen Lesungen, an dieser Stelle möchte ich mich in Schweigen hüllen. Jedenfalls war es zu Beginn nur eine witzige Idee, die erfundene Figur des Roberto Bardéz auch zum Autor der Bücher zu machen, sie sollten dadurch lebendiger werden. Wie lebendig dieses Spiel in Wirklichkeit einmal werden würde, war mir, war uns nicht bewußt: Es ist, als hätte ich mit der Figur des Roberto eine Hülle geschaffen, einen "besseren" Robert oder einen Robert, so wie ich vielleicht gerne wäre. Inzwischen schlüpfe ich immer mehr in die Rolle des Roberto, lerne von ihm, die Welt mit anderen Augen zu sehen, mache seine Sicht der Dinge zu meiner. Es ist eine Metamorphose, und wenn eines Tages Roberto Bardéz in meinem Pass steht, ist diese Metamorphose abgeschlossen. (Wundern würde es mich nicht...)